#FranzKalmbach

Wort und Welt „Mehr Philosophie wagen oder: Richtig altern“

In seiner Kolumne „Mehr Philosophie wagen oder: Richtig altern“ widmet sich Radio FreeFM-Kolumnist Franz Kalmbach einer ungewöhnlichen Frage: Was hat die Philosophie mit dem Älterwerden zu tun? Aus der Perspektive eines 17-Jährigen, der kurz vor seinem 18. Geburtstag und dem Abitur steht, blickt der Autor auf den Weg des Älterwerdens, den jeder Mensch zwangsläufig vor sich hat. Dabei plädiert er dafür, dem Verfall und der Vergänglichkeit nicht mit Jugendwahn, Botox oder konsumgesteuerter Ablenkung zu begegnen, sondern mit innerer Souveränität, Geist und Verstand.

Gestützt auf Immanuel Kants Verständnis der unantastbaren Menschenwürde kritisiert Kalmbach eine Gesellschaft, die den Wert eines Menschen stark an seine ökonomische Leistungsfähigkeit und Jugendlichkeit koppelt. Statt das Älterwerden als reinen Reparaturfall oder Verlustgeschäft zu betrachten, fordert er ein Umdenken: Philosophie – verstanden als gelebte „Liebe zur Weisheit“ und der Mut, das eigene Denken zu hinterfragen – bietet den Menschen ein stabiles Fundament, um dem existenziellen Chaos des Lebens mit Neugier und Gelassenheit zu begegnen.

Damit diese Lebenskunst früh gelernt wird, spricht er sich dafür aus, Philosophie fest in den Schullehrplänen zu verankern und Denkern wie Wittgenstein oder Hannah Arendt denselben Stellenwert einzuräumen wie Mathematik und Naturwissenschaften. Sein Fazit: In Würde zu altern bedeutet letztlich, von Anfang an in Würde zu leben – geleitet von Verstand, Reflexion und echtem Dialog zwischen den Generationen.

Neugierig geworden? Schaltet ein und hört rein – die vollständige Kolumne gibt es direkt, immer und nur bei uns!

State of the Union (republic)

Wenn die politischen Eliten in Washington, Brüssel und Berlin zu ihren jährlichen Generaldebatten auflaufen, entpuppt sich das Spektakel meist als gut ausgeleuchtetes Wohlfühltheater für eine zusehends erschöpfte, orientierungslose Masse. In seiner neuesten Kolumne für Radio Free FM wagt Franz Kalmbach den kompromisslosen Blick aufs große Ganze – eine intellektuelle Bestandsaufnahme, die sich liest wie eine elegante, hochtourige Spritztour durch die bröckelnden Requisiten der Berliner Republik.

Auf den asphaltierten Straßen der Realität herrscht die kollektive Verunsicherung eines taumelnden Spätkapitalismus: Während das Fundament des Sozialstaats leise vor sich hin erodiert und der Mittelstand unter den Trümmern von Inflation sowie Versorgungsängsten ächzt, werden im gleichen Atemzug beispiellose dreistellige Milliardenbeträge für verteidigungspolitische Belange durchgewinkt. Kalmbach rechnet rigoros mit einer Staatsräson ab, die rhetorisch Eigenverantwortung als neoliberale Chiffre vorschützt, nur um die BürgerInnen und Bürger schleichend mit ihren existenziellen Lebensrisiken alleinzulassen, und legt dabei das bedenkliche Siechtum unserer parlamentarischen Kultur offen.

Anstatt in stoischer Moralisierung, hohler Symbolpolitik und dem hysterischen Errichten wirkungsloser rhetorischer Brandmauern zu verharren, fordert der Text eine radikale, kompromisslose Rückkehr zum sachorientierten Diskurs und zur harten, argumentativen Auseinandersetzung. Wer glaubt, den verhärteten politischen Rändern mit ethischem Zeigefinger, Verbotsdebatten und erzieherischer Publikumsbetreuung beikommen zu können, offenbart ein fundamentales Unverständnis demokratischer Dynamiken und treibt die Bevölkerung nur tiefer in die enttäuschte Radikalisierung.

Die verunsicherte "politische Mitte" braucht keine betreuten Konsensräume oder Wohlfühlformeln, sondern ein eigenes, performatives und vor allem inhaltlich unerschütterliches Narrativ. Am Ende steht das feurige Plädoyer für einen ergebnisorientierten Pragmatismus: Es gilt, verkrustete Bürokratie-Exzesse und verfahrensrechtliche Sabotageakte mit entschlossener Leistungsbereitschaft aufzubrechen und den Blick wieder scharf, unnachgiebig und frei von ideologischen Scheuklappen nach vorne zu richten – nicht nach links, nicht nach rechts, sondern direkt in eine Zukunft, in der individuelle Freiheit, verlässliche soziale Gerechtigkeit und der "zwanglose Zwang des besseren Arguments" (Habermas) wieder Raum gewinnen.

Reinhören lohnt sich!

Über die politische Mitte

Du sitzt im Wagen, der Spurhalteassistent vibriert sanft im Performance-Lenkrad, während der Scheibenwischer den Feinstaub der Spätmoderne über die Windschutzscheibe schmiert. Aus den HiFi-Boxen plätschert der sakrosankte, sterile Einheitsbrei der Berliner Republik: Rente ab 63, Mikromanagement, Bürokratieabbau und die verzagte Sehnsucht nach einem haushaltspolitischen Wunder. Es ist der verblassende, leicht larmoyante Sound einer erschöpften Mittelstands-Agonie – das späte Stadium einer gescheiterten Ehe, in der längst alle Pointen, Enttäuschungen und Reformversprechen verbraucht sind. Man bleibt zusammen, weil die Alternative der Kältetod im politischen Raum wäre.

Doch während der Staatsapparat im Konsenszwang erstarrt, ist draußen die Hegemonie der Mitte zerschmettert worden.

Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt ist ein brutaler, kulturpolitischer Offenbarungseid: 43,8 Prozent für die AfD. Die einst stolzen Volksparteien – jene großen bürgerlichen Sammlungszelte der alten Republik – sind von innen heraus entkernt. Sie haben dynamische Zukunftsnarrative gegen ängstliche Kompromissarchitekturen getauscht. Und wenn sich selbst die Linke staatstragend anbietet, um das System um jeden Preis zu stützen, reagiert der Bürger nicht mehr mit Einsicht, sondern mit dem physischen Druck auf den einzigen verbliebenen roten Wut-Knopf. Das ist kein Zufall, sondern die Quittung für eine Berliner Nanny-Politik, die Straßen, Schienen und das Leistungsversprechen verfallen lässt, um Notmilliarden in vagen Haushaltstöpfen versickern zu lassen.

Steht die Union vor der endgültigen Pulverisierung unter die 15-Prozent-Marke? Erleben wir die Agonie der Volksparteien in Form von absurden Wechselmehrheiten, Kanzlertausch-Spielen und verzweifelter Machtarithmetik? Und wo bleibt der intellektuelle Mut zu einer echten, performanten Vision, die den Bürgern dient, statt sie mit betreutem Denken zu zermürben?

Franz Kalmbach zieht in seiner Kolumne für FreeFM die anatomische Seziermaske auf. Mit stilistischer Härte, treffsicherer Schärfe und ohne jede Betroffenheitsrhetorik legt er das Versagen der Berliner Spielchen offen – und stellt die fundamentale Frage, wie Politik wieder Raum für echte Sicherheit, Dynamik und Freiheit, und schließlich wieder ein überzeugendes Narrativ schafft.

Jetzt reinhören- Für alle, die der kollektiven Orientierungslosigkeit zumindest etwas entgegensetzen wollen!

Wort&Welt: An den Sommer

Die Trägheit des Sommers verdampft, die Strände Italiens sind verwaist, und zurück bleibt eine kollektive Verwirrung vor der Kulisse der anstehenden Herbstwahlen 2026. Wer glaubt, Franz Kalmbach habe in seiner Kolumne „An den Sommer“ nur ein paar Ferienerinnerungen aufgewärmt, unterschätzt die diagnostische Schärfe dieses Beitrags. Das ist kein Sommerkommentar, sondern eine zeitlose, bildungs- und gesellschaftskritische Sezierung unserer Gegenwart.

Kalmbach nutzt das Schulabschlusslied „Zieh mit der Sonne“ (Hermann Hesse) als Skalpell, um den Mief deutscher Klassenzimmer, die intellektuelle Bequemlichkeit des öffentlich-rechtlichen Talkshow-Bürgertums und die schleichende politische Demenz freizulegen. Er zeigt ohne Umschweifungen, wie der kollektive Südeuropa-Tourismus bei 47 Grad im Schatten zum Thanatos-Trieb einer überhitzten Gesellschaft verkommt, die verlernt hat, echte Fragen zu stellen. Statt in lethargischer Spätzle-Gemütlichkeit zu verharren, blickt er auf das Folkemøder in Bornholm und eine daher inspirierte Veranstaltung an seiner Schule, um vorzumachen, wie kompromisslose Debattenkultur abseits vorgefertigter Parteien-PR funktioniert.

Was bleibt, ist die Absage an naiven Zweckoptimismus und die Erfindung einer neuen Haltung: Ein kaltblütiger, skandinavischer Trotz-Optimismus. Wenn die Systeme kollabieren, dann begegnen wir dem Verfall nicht mit Zynismus, sondern mit Stil, Bio-Merinowolle und einem perfekt zubereiteten Flat White im Nieselregen von Kopenhagen.

Abgerundet durch die Poesie von Sibylle Berg ist dieser Beitrag ein stilvoller Stoßdämpfer für den Kopf – egal ob im Juli-Sonnenschein oder im grauen Novembernebel.

Jetzt reinhören, Haltung annehmen und mit der Sonne ziehen!

Wort&Welt: Über die absolute Notwendigkeit von Feminismus

Vergessen Sie die urbane Lifestyle-Dekadenz, die selbstgefälligen Loft-Diskurse und den gesamten neoliberalen Wellness-Feminismus, solange der nächtliche Gehweg für die Hälfte dieser Welt ein permanenter Angstraum bleibt. Franz Kalmbach schlägt in seiner Kolumne mit brutaler Präzision ein und reißt die glänzende Fassade des bürgerlichen Wohlstands ab, um direkt in die kotzenden Eingeweide des patriarchalen Elends zu starren. 

Zwischen der eiskalten, dystopischen Härte von Sibylle Bergs GRM und der bleiernen, unerträglichen Scham des Status quo entfaltet sich ein messerscharfer, radikaler Text über pure Macht, toxische Männlichkeit und allgegenwärtige Gewalt. Es ist ein erbarmungsloser Sturz in das schmierige Meer der Scham, vorbei an systematischem Missbrauch, Epsteins Abgründen und den erbärmlichen Ritualen einer verkommenen Spezies, die ihre eigene Evolution längst im eigenen Erbrochenen ertränkt hat. 

Sprachlich ist das bei Kalmbach ein wütendes, hochaggressives Trommelfeuer: Hier wird nicht moderiert, hier wird seziert. Er nutzt das Gendern nicht als akademische Netiquette, sondern als intellektuelle Abrissbirne im Sinne von Heiner Müller – als tanzenden Aufstand auf den Ruinen einer dysfunktionalen, verkrusteten Sprache, um auf den Trümmern endlich etwas radikal Neues zu errichten. Es ist eine brutale, ungeschminkte Prosa, die sich jeglicher Betroffenheitsrhetorik verweigert, mit jeder Silbe zuschlägt und die heuchlerischen Floskeln der Macht direkt dorthin zurückschickt, wo sie hingehören: in den Dreck.

Hört sich interessant an? 

Tune in!

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