Das Leben ist zu kurz
für eintönige Musik.

Platte der Woche

Coverbild: 
KW 21 23.05 - 29.05

Dig Deep Repeat

Artist: 
P.M.Warson
Erschienen: 
06.05.2022
Label: 
Légère Recordings

PM Warson ist sicherlich keiner, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht. Kaum ein Jahr, nachdem er sein Debütalbum True Story auf die Welt losgelassen hat, ist er schon wieder da, und wenn Sie dachten, das hier wäre ein eilig zusammengeschusterter zweitklassiger Abklatsch, um aus dem anfänglichen Erfolg Kapital zu schlagen, dann irren Sie sich, denn Warson beweist einmal mehr, dass er ein guter Songwriter ist.
Es gibt einen nicht-originellen Song - den viel gecoverten Holland-Dozier-Holland-Klassiker "Leaving Here", in zwei Teilen, zuerst am Anfang der Platte und dann ganz am Ende. Davor jedoch eröffnet Warsons eigenes "Insider" "Dig Deep Repeat" mit einer Leichtigkeit, die irgendwo zwischen "The Black Keys" um "Turn Blue" und einigen Arbeiten des legendären John Sebastian liegt. Diese Versionen von 'Leaving Here' ähneln einer sanfteren Version von The Who und sind sicherlich weit entfernt von der Motorhead-Version! Abgesehen davon geht es in der Mitte des Albums mit dem Beinahe-Titeltrack 'Dig Deep' etwas alternativer zu, der mit seinem Dick Dale-Gitarrenstil auch in einem Tarantino-Film gut aufgehoben wäre, obwohl er wie ein Sergio Leone-Western beginnt. Es ist äußerst effektiv und macht viel Spaß.

Der größte Teil von Dig Deep Repeat ist jedoch fest im klassischen Rhythm and Blues verwurzelt, und das Schöne daran ist, dass die Kompositionen recht unaufdringlich sind, was bedeutet, dass Tracks wie Game Of Chance (By Another Name)" und das erhabene Out Of Mind" (hier gibt es Anklänge an Time Of The Season" von den Zombies) bei jedem weiteren Hören weitere Schichten offenbaren. Es ist die Art von rauchigem Blues-Club-Feeling, das Madness hin und wieder auf Nummern wie 'Razor Blade Alley' und 'Madness Is All In The Mind' erkundeten, besonders auf 'Never In Doubt'. Nowhere To Go ist eher ein langsamer Brenner, bei dem die weiblichen Backing Vocals helfen, den Track über einer fast Santana-ähnlichen Rhythmusgruppe zu erheben. Das bezaubernd schöne "Matter Of Time" erinnert an Ray Charles und Otis Redding, während der Hintergrundgesang eine liebevolle Hommage an James Browns "It's A Man's Man's Man's World" von 1966 zu sein scheint.

Die abschließende Version von "Leaving Here (Pt. 2)" macht es Van Morrison mit schwülen Saxophon-Motiven und psychedelischen Synthesizern nach und täuscht damit über eine leicht bedrohliche Stimmung hinweg. Dig Deep Repeat ist einfach ein großartiges Soul-Album, das PM Warson als einen Künstler ausweist, den man in naher Zukunft unbedingt kennenlernen sollte.

Tracklist: 
1Insider
2leaving Here
3Game of Chance (By Another Name)
4Never in Doubt
5Dig Deep
6Out of Mind
7Nowhere to Go
8Matter of Time
9Leaving Here (Part 2)
Tourdates: 

Frühere Platten der Woche